Warum wir uns oft nicht gut genug fühlen – und wie ein stabiler Selbstwert entstehen kann

Es gibt Gedanken, die viele Menschen kennen, auch wenn sie selten laut ausgesprochen werden:

„Ich bin nicht gut genug.“
„Ich müsste eigentlich mehr können.“
„Andere kriegen das besser hin als ich.“

Diese innere Stimme kann leise sein. Oder sehr präsent.

Doch woher kommt dieses Gefühl eigentlich? Und warum lässt es sich so schwer abschütteln?

 

Was bedeutet Selbstwert?

Selbstwert beschreibt, wie wir uns selbst sehen und bewerten. Nicht das, was wir leisten. Nicht das, was andere über uns denken. Sondern die grundlegende innere Haltung:

Bin ich in Ordnung, so wie ich bin?

Der Psychologe Carl Rogers ging davon aus, dass ein stabiler Selbstwert entsteht, wenn ein Mensch sich angenommen fühlt – unabhängig von Leistung oder Verhalten.

 

Wie entsteht ein unsicherer Selbstwert?

Selbstwert entwickelt sich nicht im luftleeren Raum. Er entsteht im Kontakt mit anderen Menschen und dies vor allem aus frühen Erfahrungen.

Wenn wir lernen:

  • nur unter bestimmten Bedingungen akzeptiert zu werden
  • Erwartungen erfüllen zu müssen
  • Gefühle zurückzustellen

kann sich unbewusst ein innerer Maßstab bilden:

„Ich bin nur dann wertvoll, wenn …“

Dieser Satz bleibt oft bestehen – auch im Erwachsenenalter.

 

Wie zeigt sich ein niedriger Selbstwert im Alltag?

Die Auswirkungen sind oft subtil:

  • ständiges Vergleichen mit anderen
  • Zweifel an den eigenen Fähigkeiten
  • Schwierigkeiten, Entscheidungen zu treffen
  • Angst, Fehler zu machen
  • das Gefühl, nicht zu genügen

Manchmal zeigt sich Selbstwert auch paradox: Nach außen stark, doch innerlich unsicher.

 

Verbindung zu Selbstentfremdung

Ein unsicherer Selbstwert kann dazu führen, dass wir uns immer weiter von uns selbst entfernen.

Wir orientieren uns stärker an dem, was erwartet wird – und weniger an dem, was wir wirklich empfinden.

Mehr dazu lesen Sie hier: Selbstentfremdung – Warum wir uns selbst fremd fühlen


Wie kann sich Selbstwert verändern?

Viele versuchen, ihren Selbstwert „aufzubauen“.

Doch paradoxerweise entsteht er nicht durch:

  • mehr Leistung
  • mehr Anpassung
  • mehr Kontrolle

Sondern eher durch:

  • ehrliche Selbstwahrnehmung
  • den Umgang mit eigenen Schwächen
  • das Zulassen von Gefühlen
  • neue Erfahrungen im Kontakt mit anderen


Es geht weniger darum, besser zu werden als darum, sich selbst anders zu begegnen. In manchen Fällen stehen hinter einem unsicheren Selbstwert auch belastende Erfahrungen, die innerlich noch nicht verarbeitet sind.
Mehr dazu erfahren Sie hier: EMDR-Therapie in Witten: Hilfe bei Trauma, Angst und Belastungen

 

Der Blick aus meiner Praxis in Witten

In meiner Praxis in Witten begegnet mir das Thema Selbstwert sehr häufig.

Oft steht es nicht am Anfang, sondern zeigt sich im Verlauf:

  • in Erschöpfung
  • in Unsicherheit
  • in innerem Druck

Gemeinsam schauen wir dann, welche inneren Überzeugungen wirken – und wie ein neuer Umgang damit entstehen kann.

 

Wenn Sie sich hier wiedererkennen:

Ein geringer Selbstwert ist nichts, was „einfach verschwindet“.

Aber er kann sich verändern. Wenn Sie merken, dass Selbstzweifel Sie begleiten oder Sie sich oft nicht "gut genug" fühlen, kann es hilfreich sein, diesen Weg nicht alleine zu gehen. In meiner Praxis in Witten begleite ich Sie dabei, einen stabileren Zugang zu sich selbst zu entwickeln.

 

Vielleicht beginnt Selbstwert nicht damit, sich selbst zu überzeugen. Sondern damit, sich selbst ein Stück näher zu kommen.